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06.05.2022 Wien

Equal Care Day - auch ein Senior:innen-Tag

Großeltern

Am 1. März fand der Equal Care Day statt. An diesem Tag geht es um die so genannte Care- oder Sorge-Arbeit, vor allem um die unbezahlte. Dazu gehört nicht nur Kinderbetreuung und -erziehung sondern auch Haushaltsarbeit, Pflege kranker, alter oder eingeschränkter Familienangehöriger und ähnliche soziale Arbeit. Diese unbezahlte Arbeit ist leider sehr ungleich verteilt.

 

Frauen leisten im Durchschnitt 32 Stunden pro Woche an unbezahlter Care-Arbeit – 63 Prozent, also fast zwei Drittel davon. Dementsprechend können viele Frauen weniger Zeit für bezahlte Arbeit erübrigen. Oft geht sich nur Teilzeitarbeit aus. All das wirkt sich für die Pension von Frauen aus, so dass sie um 41 Prozent weniger Pension als Männer bekommen.

 

Die unbezahlte Care-Arbeit ist aber auch ein Senior:innen-Thema. Denn oft betreuen Großeltern ihre Enkelkinder, wenn Kindergärten oder Schulen für die berufstätigen Eltern zu früh schließen oder sie den Eltern der Kinder etwas Freizeit ermöglichen wollen. Und da setzen sich auch viele Opas ein, denen es vielleicht leid tut, für die eigenen Kindern zu wenig Zeit gehabt zu haben. Senior:innen ersparen der Gesellschaft auf diese Weise viel Geld. Natürlich machen sie das gerne, freuen sie sich doch, Zeit mit ihren Enkerln verbringen zu können. Trotzdem handelt es sich um unbezahlte, oft anstrengende Care-Arbeit, die aufzeigt, dass in Österreich flächendeckende Kinderbetreuung fehlt.

 

Etwa eine Million Menschen in Österreich pflegen und betreuen ihre pflegebedürftigen Angehörigen –  unentgeltlich natürlich. Die pflegenden Angehörigen sind zum Großteil Frauen. 50 Prozent von ihnen sind über 60 Jahre alt. In unserem Land leisten also vor allem Pensionistinnen unbezahlte Pflegearbeit – aufgrund des Pension Gaps mit dementsprechend niedriger Pension. Auch das spart dem Staat enorm viel Geld.

 

Doch es gibt gute Neuigkeiten für die pflegenden Angehörigen. In ganz Österreich werden jetzt 120 Pilotprojekte mit Community Nurses, also Gemeinde-Krankenpflegerinnen, eingerichtet.. Der Fokus liegt bei älteren zu Hause lebende Menschen je nach Informations-, Beratungs-, Pflege- und/oder Unterstützungsbedarf und damit auch bei deren pflegenden Angehörigen. Zudem ist ein präventiver Hausbesuch bei allen Menschen ab dem 75. Lebensjahr vorgesehen.

 

Auch im Bereich Kinderbetreuung besteht nun wieder Hoffnung auf ein flächendeckendes Angebot, nachdem Sebastian Kurz den ersten Anlauf torpediert hat.

Eva Lachkovics
Eva Lachkovics

Beirätin

eva.lachkovics@gruene.at
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