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30.06.2022 Oberösterreich

Glei­ches Recht für Tiere

Schweinehaltung

Die Anzahl so genannter „Nutztiere“ muss an die vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen gebunden sein.

Kastrationen und Schwänze kupieren ohne Betäubung, Muttersäue auf 0,7 m2 im Kastenstand, Ammoniak-Dämpfe über Vollspaltenböden – normale Zustände bei uns in der Schweinehaltung. Gestresste Kälber, die quer durch Europa gekarrt werden. Daran wird auch das neue Tierschutzpaket nichts ändern. Tierwohl hin oder her, die Fleischpreise müssen niedrig sein, so will es das Volk!

Dabei ist Tierschutz nicht der einzige Aspekt, der gegen die tierquälerischen Praktiken in der Landwirtschaft spricht. Auch das Klima und unsere Gesundheit leiden unter dieser nicht artgerechten Tierhaltung: Futtermittel werden importiert, tropische Regenwälder und ökologisch wertvolles Grasland dafür zerstört, unsere Anbauflächen werden auf Kosten der Natur und der örtlichen Bevölkerung in die Länder des globalen Südens ausgeweitet. Zu viele Tiere auf engem Raum benötigen Antibiotika und andere Medikamente. Sie verursachen Emissionen klimaschädlicher Gase und belasten durch ihre Ausscheidungen das Grundwasser. Gülle und Mist werden auf Wiesen ausgebracht und verursachen neben häufigem Mähen ein dramatisches Artensterben, die Böden können kein CO2 mehr speichern. Die Menschen in Österreich essen viel zu viel Fleisch, im Durchschnitt 66 Kilo pro Jahr.

Ein Verbot von Massentierhaltung ist überfällig. Es wäre gut für die Tiere, gut fürs Klima, gut für die Gesundheit und wesentlich für die künftige Ernährungssicherheit einer wachsenden Weltbevölkerung. Steigende Fleischpreise durch Verknappung würden für die Landwirte höhere Einnahmen ermöglichen und bei den Konsument:innen weniger Fleischkonsum verursachen.

Doris Eisenriegler Portrait
Doris Eisenriegler

Obfrau der Grünen – Generation plus Österreich und Generation plus OÖ

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