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am 27. Juli

Equal Pension Day 2018

Birgit Meinhard-Schiebel - Frauenpensionen sind der direkte Weg in die Altersarmut

Es ist ein Skandal, dass Frauenpensionen nur 57,35 Prozent der Männerpensionen ausmachen, kritisieren Barbara Huemer, Frauensprecherin der Grünen Wien und die Grüne Generationensprecherin Birgit Meinhard-Schiebel anlässlich des Equal Pension Day die ungerechte Einkommensverteilung zwischen Frauen und Männern.

Der Gender Pay Gap ist seit Jahren ein ungelöstes und brisantes Thema, wenn es um die Gleichberechtigung der Geschlechter im Erwerbsleben geht. Gleiche Löhne für gleiche Arbeit sind eine Forderung, die bis heute nicht erfüllt wird. Die Einkommensschere setzt sich in der Pension dramatisch fort. 

Auf die Folgen der riesigen Einkommensungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern in der Pension macht der Equal Pension Day aufmerksam. 2018 ist der 28. Juli Equal Pension Day. Die Pensionsschere zwischen Frauen und Männern hat sich seit 2015 im Österreichschnitt lediglich um zwei Tage Richtung Silvester verschoben. Von allen Bundesländern liegt Wien in Punkto Frauenpension am Besten. Der Wiener Equal Pension Day ist am 21. August und damit um sechs Tage später als noch im Jahr 2015.

Unbezahlte, unterbezahlte und atypische Arbeit sowie Kindererziehungs- und Pflegezeiten machen Frauen arm, ganz besonders im Alter. Auch für Einpersonen-Unternehmerinnen stellt die Pensionsvorsorge eine große Hürde dar. Huemer erwartet von der Regierung einen nachhaltigen Aktionsplan, damit Frauen auch im Alter einen angemessenen Lebensstandard haben und ein finanziell unabhängiges Leben führen können. Bislang fehlt jegliche Maßnahme seitens der Bundesregierung, um Frauen zukünftig angemessene Pensionen zu ermöglichen. Das Gegenteil ist der Fall, wenn etwa bei Kinderbetreuung gekürzt oder die Arbeitszeit auf unvereinbare 12 Stunden ausgedehnt wird. 

Die Regierung propagiert das 1950er Jahre Modell „Kinder, Küche, Dazuverdienerin“. Was dabei rauskommt ist Armut und Abhängigkeit. Offenbar ist Pensionsarmut von Frauen das Ziel der Kurz-Regierung, denn sonst würde sie umgehend eine andere Politik machen. Huemer erinnert daran, dass es schon durch Schwarz-blau I durch die Ausweitung des Durchrechnungszeitraums zu einer Minderung von Pensionen, die besonders Frauen aufgrund von Erwerbsunterbrechung trifft, kam. Am Ende einen Arbeitslebens droht Frauen Armut, die sich in Zukunft noch verschärfen wird. Das wird für die folgenden Generationen trotz steigender Erwerbstätigkeit von Frauen aufgrund wachsender Prekarität am Arbeitsmarkt noch schwerer. 

Frauen stehen damit vor einer Existenz im Alter, die sie heute und in Zukunft benachteiligt und sie häufig dazu zwingt, sich durch Sozialleistungen vor der Armut zu retten. Die Kosten der Armut sind in einem noch vorhandenen Sozialstaat heute schon eine Belastung und werden bei ungleicher Entlohnung und Nichtanerkennung von Familien- und Pflegeleistung der Frauen in Zukunft steigen. Arm machen in einem Sozialstaat ist eine schwerwiegende Diskriminierung und darf nicht zum Standard werden, fordert die Grüne Generationensprecherin Birgit Meinhard-Schiebel.