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10.02.2026 Kärnten

Empathie und Gesellschaft

Empathie: Auslaufmodell oder Schlüssel zum Menschen?

Am 3. Februar luden die Grüne Generation plus Kärnten Univ.-Prof. i.R. Dr. Klaus Ottomeyer, Sozialpsychologe und Psychotherapeut, ins Café „Fürstlich im Museum“ im Museum Kärnten in Klagenfurt zu einem Gespräch.

Sein Schwerpunkt an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt war die Arbeit mit ausländischen und inländischen Opfern von Gewalt sowie Psychologie des Rechtsextremismus. „Ein Trauma ist eine Verletzung, in unserem Fall vor allem der Seele, des seelischen Gleichgewichts – meistens verbunden mit einer großen Erschütterung des Vertrauens in die Welt, in sich selbst.“

Empathie - ein sozialer Grundstein

In seinem Vortrag beschäftigte sich Ottomeyer aber hauptsächlich mit einem sozialen Grundstein menschlichen Zusammenlebens – der Empathie. In seinen Ausführungen spannte er einen großen Bogen von der frühen Kindheit bis zur heutigen Zeit. Schon mit ca. 2 Jahren entwickeln Kinder Mit-gefühl im sozialen Zusammenleben und dieses Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse der Mit-menschen ist wohl eine entscheidende Basis für das Miteinander in sozialen Gruppen und in der Demokratie. Empathie ist ein entscheidender Grundpfeiler zivilisatorischen Zusammenlebens und hat uns neben der Intelligenz wahrscheinlich den größten evolutionären Vorteil gegenüber anderen Arten verschafft und uns geholfen, die dominierende Kraft auf diesem Planeten zu werden.

Setzen wir uns für Empathie und Mitgefühl ein!

Das sehen leider nicht alle so und er zitierte Elon Musk mit der Aussage, „dass die größte Schwäche des Westens Empathie ist!“. Schon sein Vater Errol Musk vertrat die Ansicht „Empathie ist etwas, mit dem wir zu kämpfen haben.“ Diese Einstellung einiger Tech-Milliardäre und in immer größer werdendem Ausmaß auch auf höchster politischer Ebene begründen die großen Probleme unserer Zeit.

Empathie und Mitgefühl vor allem für die schwächeren Gruppen in unserer Gesellschaft sind wesentliche Elemente in einer funktionierenden Demokratie und wir alle müssen uns dafür einsetzen und sie im Alltag praktizieren. Er erzählte uns von seinen reichhaltigen Erfahrungen aus seinen jahrzehntelangen Arbeiten mit Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen in Workshops und in Therapiesitzungen. Eine Erkenntnis daraus ist, dass auch „Menschenpflichten“ sich universell ausgebildet und überall auf der Welt Gültigkeit haben.

Es war ein sehr interessantes und erkenntnisreichen Gespräch im Rahmen unserer Serie „Reden wir miteinander“ und angesichts der Zeit am späten Vormittag äußerst gut besucht.

Brigitta Luchscheider

Obmann-Stellvertreterin der Generation plus Österreich, Obfrau der Generation plus Kärnten

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